Rauchen ist global teuer

 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet: „Rauchen kostet die Weltwirtschaft eine Billion Dollar im Jahr.
Werden Raucher krank, fallen sie bei der Arbeit aus und müssen behandelt werden. Obwohl sie kürzer leben, kosten sie den Staat mehr als Nichtraucher. Das zeigt eine Studie der WHO“

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Rauchen macht dick

Wer das Rauchen aufgibt, nimmt zu. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Zigarettenkonsum schlank hält. „Stimmt nicht“, sagen jetzt Forscher der MedUni Wien. Die Wissenschaftler analysierten Gewicht, Größe, Body-Mass-Index und Ernährung von knapp 1000 Bankangestellten in Österreich.

Das Ergebnis: Je mehr Zigaretten eine Testperson rauchte, desto höher war auch ihr Gewicht. Je mehr geraucht wurde, desto höher der BMI. Starke Raucher waren demnach durchschnittlich zehn Kilogramm schwerer als Nichtraucher. Letztere wogen im Durchschnitt 71 Kilogramm, Raucher um etwa zehn Kilo mehr. Zudem zeigte die Studie, dass die Raucher insgesamt schlechtere Blutwerte als Nichtraucher hatten.
Die Frage, ob andere Faktoren eine Rolle spielen, wurde aber noch nicht ganz geklärt. „Im allgemeinen konsumieren die schweren Raucher auch mehr Alkohol, führen häufiger einen sitzenden Lebensstil und haben im übrigen auch einen ungesünderen Lebenswandel“, schreiben die Forscher dazu in ihrer Arbeit. Dass Rauchen schlank macht, sehen die Forscher dennoch als widerlegt an.

Die Einschläge kommen näher

Die Einschläge kommen näher für die Tabakindustrie. Trotz ihrer Proteste macht das Beispiel Australiens zur Einführung von neutralen Standardverpackungen für Zigaretten weltweit Schule.

In Frankreich sind Markenlogos auf Zigarettenpackungen seit dem Januar 2017 verboten. Die Nationalversammlung stimmte endgültig für neutrale und einheitlich gestaltete Zigarettenpackungen, bei denen Markennamen nur noch als Text auftauchen dürfen. Damit will die Regierung Zigaretten weniger attraktiv machen.
Helvetica-14-Buchstaben für alle, ist die Devise. Markenlogos sind ebenfalls tabu. Ins Auge springen stattdessen (wie in Deutschland auch) Horrorfotos von krebskranken Lungen, Zahnstummeln und anderem dem Tabakkonsum geschuldeten Elend. Zwei Drittel der Verpackungsfläche haben die schockierenden Bilder künftig einzunehmen.

Bei uns wird das weitgehend totgeschwiegen, denn die Tabaksteuer war lange eine verlässliche Verbrauchssteuer. Das Steueraufkommen von ca. 15 Milliarden Euro in Deutschland stagniert aber mittlerweile. Die Schockbilder scheinen auch hierzulande zu wirken.

Die veränderten Konsumgewohnheiten der Raucher werden in Zukunft den Ertrag der Tabaksteuer und -Industrie weiter mindern. Immer mehr Nikotinsüchtige steigen nämlich auf andere Produkte um, die weniger oder gar nicht besteuert werden. So wird auf die E-Zigarette und Liquids, die zum Dampfen benötigt werden, lediglich Mehrwertsteuer erhoben. Das Produkt unterliegt nicht der Tabaksteuer.

„Ich glaube, dass schon bald der Zeitpunkt kommen wird, an dem wir das Ende der Zigaretten-Ära einläuten werden.“ Der dies kürzlich sagte, war niemand Geringeres als der Chef des Weltmarktführers in der Zigarettenbranche, André Calantzopoulos von Philip Morris („Marlboro“). Und die Kultmarke Gauloises, die zum Tabakmulti Imperial Tobacco gehört, kündigte an, die letzte Zigarettenfabrik in Frankreich zu schließen.

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